Der Weg des Buchs: Das Manuskript

Willkommen zum ersten Teil unserer Blog-Serie „Der Weg des Buchs“. Sie haben sich schon immer gefragt, was alles hinter dem gedruckten Werk steckt, welche Prozesse involviert sind und wie die Idee vom Kopf des Autors oder der Autorin in Ihre Lieblingsbuchhandlung gelangt? Dann sind Sie hier richtig. Erleben Sie den Weg des Buchs von der ersten Sekunde bis zu Ihrem Leseerlebnis. In der ersten Episode dreht sich alles ums Manuskript. Vorhang auf!

Am Anfang war…

… die Idee, die sie einfach nicht mehr losließ – zumindest bei Anita Ziegerhofer, Professorin und Wissenschafterin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. Ihr demnächst im Leykam Verlag erscheinendes Buch „Vom Rand ins Zentrum EUropas“ befasst sich mit der Geschichte der Steiermark ab 1918, in analoger und digitaler Form. Das Buch ist das von Ziegerhofer gewählte Medium, um ihre Forschung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ihr Wissen mit anderen zu teilen.

Um letztendlich ein Buch auf den Markt zu bringen, ist eine Idee aber nicht genug. Im wissenschaftlichen sowie im literarischen Bereich bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit dieser Idee, um ihr die Verwandlung in Skizzen, Wortfetzen, Satzgebilde und schlussendlich in ein Manuskript zu ermöglichen. Nur mit der nötigen Hingabe, Schreiblust und Freude kann ein Text entstehen, der in weiterer Folge an ein E-Mail angehängt oder in einem Kuvert versiegelt den Verlag erreicht.

Sei absichtslos

Ein Kernelement spielt in dieser Phase der Buchentstehung auch die Inspiration. Für Autorin Birgit Pölzl bedeutet das, ein Fenster oder Türchen aufzumachen, das es zulässt, von Dingen – Bildern, Gerüchen, Farben, Mustern – anders als im Alltäglichen berührt zu werden. „Dazu muss ich mich aussetzen, Rhythmen ändern, von Routinen lassen; absichtslos sein“, beschreibt Pölzl ihren Zugang zur Quelle der Inspiration, der sie auch bei der Entstehung der Romanfortsetzung von „Das Weite suchen“, die demnächst im Leykam Verlag erscheinen wird, begleitet.

Wenn Streitschrift-Autor Rahim Taghizadegan sich dieser Quelle öffnet, schreibt sich der Text auch gleich aus einem Guss, wie von Geisterhand, verrät der Autor. Doch auch wenn alles scheinbar ganz leicht geht, stecken in einem Manuskript etliche Stunden Gedanken- und Formulierarbeit. Für Taghizagedan ist es ein mehrstufiger Prozess, der vor allem aus sehr viel lesen, exzerpieren, nachdenken, diskutieren, lehren und vortragen besteht. Die Essenzen, die aus diesen Aktivitäten hervorgehen, hält er schreibend fest.

So entstand beispielsweise auch sein jüngstes Werk, die Streitschrift „Geld her oder es kracht!“. Für diese versetzte er sich in die Rolle des engagierten Bürgers und legte ein besonderes Augenmerk auf die Verständlichkeit und Relevanz des Geschriebenen. Der Text will den Leser ja weder unter- noch überfordern, die Gegenseite beleuchten und mit guten Argumenten ein Beitrag zu Verständigung und Verstehen sein.

Schreiben – aber wie?

Eine ganz persönliche Routine für den Schreibprozess entwickelte Pölzl: „Erst korrigiere ich das am Vortrag Geschriebene, wobei ich manchmal alles bis auf ein paar Wörter verwerfe und mich manchmal freue, wenn es hält. Meistens kürze ich, arbeite am Rhythmus, an den Bildern.“ Wenn die Autorin sich so in den Text vertieft, braucht sie auch keine Vorgaben bezüglich Mindestwortanzahl oder Textlänge pro Sitzung.

Konzentration und möglichst wenig Ablenkung bilden die perfekte kreative Umgebung. So schreibt Ziegerhofer am liebsten am Wochenende, wo sie die Freiheit hat, einfach zu schreiben und zu schreiben – und zu schreiben. Als Medium nutzt sie dazu ihren Computer. Taghizadegan bevorzugt ebenso digitale Schreibmittel und hält seine Ideen in der Cloud auf vier unterschiedlichen Geräten fest. So ist er für spontane Aufzeichnungen immer vorbereitet und zugleich ist für die nötige Sicherheit gesorgt – es gibt ja fast nichts Ärgerlicheres, als sein Geschriebenes plötzlich nicht mehr aufzufinden oder von der Festplatte gelöscht zu wissen.

Sind die Schreibenden mit ihren Texten zufrieden, gehen diese vorab noch als Leseprobe an Freunde, Bekannte, Kollegen und andere nahestehende Personen. Es wird noch hier und da geschliffen, Worte vertauscht und Phrasen ergänzt, bis man sich an nichts mehr stößt. Dann ist es endlich da, das finale Manuskript.

Das Herz muss dabei sein

Eine packende Idee, bereichernde Inspiration, Hingabe, ein offenes Ohr und die passende Arbeitsweise – diese Elemente bilden das Gerüst, auf dem ein Manuskript aufbaut. Welche Idee es auch ist und für welchen Schreibprozess man sich auch entscheidet, mit dem Herzen muss man auf jeden Fall dabei sein. Denn – und da sind sich Pölzl, Ziegerhofer und Taghizadegan einig: Die Tätigkeit des Schreibens muss man lieben und für das Thema muss man brennen.

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In der nächsten Episode geht es weiter mit dem nächsten Schritt in der Entstehung des Buchs: das Lektorat. Bald hier auf www.leykamverlag.at zu lesen!

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