Ein besonderer Tag: Der Welttag des Buches

Heute feiern wir eines unserer prägendsten Kulturgüter: Das Buch. Seine Ursprünge liegen Jahrtausende zurück, seine Funktionen und Bedeutungen haben in der Geschichte tiefe Spuren hinterlassen und seine Zukunft sorgt für Diskussionsstoff ohne Ende. Gründe, sich das vielseitige Medium zum Welttag des Buches genauer anzusehen.

Von Papyrusrollen zum Buch

Der Wunsch des Menschen, sein Erlebtes niederzuschreiben und für künftige Generationen haltbar zu machen, geht bis zu den ägyptischen Hochkulturen vor rund 6000 Jahren zurück. Das erste Medium, das dies ermöglichte, war Papyrus. Bald entwickelten sich im Nahost auch Stein- und Tontafeln, auf denen man noch heute Symbole der Keilschrift entziffern kann. Papier – oder zumindest ein weitschichtiger Verwandter davon – wurde vor 2000 Jahren in China erfunden, fand aber erst vor rund 800 Jahren seinen Weg nach Europa.

Bis einzelne Papierseiten zu den prächtigen Bänden verbunden wurden, wie wir sie heute kennen, dauerte es noch ein paar Jahre. Die Entstehung der Universitäten trieb das Buchgewerbe an, doch die Exemplare erschienen meist als Unikate oder in geringen Auflagen und waren für die größtenteils analphabetische oder des Latein nicht mächtige Bevölkerung unzugänglich. Die entscheidende Lösung, die das Buch zum Allgemeingut aufstiegen ließ, erfand Johannes Gutenberg in Form von beweglichen Lettern und der Druckerpresse. Der moderne Buchdruck hatte begonnen.

Mittendrin Widmanstetter und Leykam

Rund ein Jahrhundert später, zeitgleich mit der Gründung der Universität Graz im Jahr 1585, brachte sich auch der Urvater des Leykam Buchverlags in diese Geschehnisse ein: Georg Widmanstetter wurde von Erzherzog Karl II. nach Graz berufen, wo er mit seiner Druckerei bald ein lukratives Monopol inne hatte und bedeutende Werke wie das erste Koch- und „Artzneybuch“ Österreichs oder die prächtige „Erbhuldigung“ schuf.

Der Namensgeber unseres heutigen Verlags, Andreas Leykam, begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Gehilfe in der Offizin Widmanstetters und gründete bald seine eigene Druckerei. Mit dieser feierte er weitreichende Erfolge, sodass er die Offizin schließlich Anfang des 19. Jahrhunderts aufkaufte. Der Zusammenschluss aus Verlag, Druckerei und Papierfabrik hielt sich über viele Jahre und erlebte auch den nächsten entscheidenden Schritt in der Buchproduktion: Mit der zunehmenden Bildung des Volkes stieg auch der Bedarf an Büchern und vor knapp 150 Jahren fanden Schneid-, Falz-, Drahtheft- und Fadenheftmaschinen Einzug in die nunmehr industrielle Buchproduktion. Das Buch hatte den populären Pfad eingeschlagen.

Zukunft auf Buchwegen

Heute ist der Leykam Buchverlag eine eigenständige Geschäftsform und im Besitz der unabhängigen, von Leopold Gartler geführten GL Invest. Die verlegten Bücher reichen von Sachbüchern über Wissenschaftstitel bis zu Belletristik und haben mittlerweile ein weiteres Medium erschlossen: das digitale E-Book. Seit der Jahrtausendwende ist diese Form der Buchproduktion ein fixer Bestandteil der Verlagshäuser, doch die zuerst rapide steigenden Verkaufszahlen dieser Buchvariante verlangsamten sich in den letzten Jahren. Der zunächst als Konkurrent des bewährten Papiers gefürchtete E-Reader ist mittlerweile eine Alternative zum herkömmlichen Buchgenuss, aber definitiv kein Ersatz.

Wie sich das Buch weiterentwickeln wird, steht in den Sternen. Feststeht, dass es eine seiner bedeutendsten Funktionen, nämlich die Einladung zum Reflektieren, Mitfühlen und Weiterdenken, zu bewahren gilt. Ein Tweet reicht dazu nicht aus, dieser Blogeintrag ebenso wenig. Es ist die Magie der Buchseiten, die das bewerkstelligen kann. Vielleicht wird diese Kraft eines Tages auf ein anderes ebenbürtiges Medium übertragen. Das haptische Buch und seine geschichtlichen Errungenschaften werden wir aber wohl auch dann noch gebührend feiern. Wir wünschen einen frohen Welttag des Buches!

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