Wissenschafterin des Jahres Barbara Stelzl-Marx im Gespräch

Die Historikerin Barbara Stelzl-Marx erhielt 2019 die Auszeichnung Wissenschafterin des Jahres. Ihre Forschungserkenntnisse veröffentlicht sie unter anderem beim Leykam Buchverlag. In einem Gespräch verrät sie mehr über ihren Werdegang und ihre Forschung.

Wie kamen Sie auf die Idee, ausgerechnet Russisch zu studieren?
Barbara Stelzl-Marx: Ich wollte Sprachen studieren und als „Kind der Perestrojka“ hat mich Russisch besonders interessiert.

Wie gut sind unsere Unis im internationalen Vergleich, wenn es um Ihren Fachbereich geht?
Stelzl-Marx: Wir haben hervorragende Unis und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung (BIK), die in vielen Bereichen auch im internationalen Vergleich Spitzenforschung betreiben.

Wie kann man junge Menschen für Geschichte interessieren, vielleicht sogar begeistern?
Stelzl-Marx: Indem man selbst dafür brennt.

Ganz ehrlich: Kam die Auszeichnung als „Wissenschafterin des Jahres“ überraschend oder haben Sie insgeheim damit gerechnet, dass es irgendwann soweit sein würde?
Stelzl-Marx: Vollkommen überraschend! Eine große Ehre und Freude, die ich zugleich für die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und die Uni Graz entgegennehmen durfte.

Unter all den Büchern, die Sie geschrieben und herausgegeben haben, welches eignet sich besonders gut für ein Publikum, das nicht vom Fach ist?
Stelzl-Marx: Ausgesprochen schön und leserlich – auch optisch – ist der Band über das Bildungshaus Schloss St. Martin geworden. Auch der Katalog zum Lager Liebenau eignet sich besonders gut für ein breites Publikum.

Was würden Sie sich als Wissenschaftlerin von der neuen Bundesregierung wünschen, wenn Weihnachten wäre?
Stelzl-Marx: Eine großzügige Förderung der geisteswissenschaftlichen Forschung unter idealen Rahmenbedingungen.

Und als launiges Ende: Wie oft sind Sie schon gefragt worden, ob Sie mit Karl Marx verwandt sind?
Stelzl-Marx: Oft! Vor allem, als ich in den 1990er Jahren viel in Russland war.

 

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Barbara Stelzl-Marx, Jahrgang 1971 studierte an der Universität Graz Geschichte, Russisch sowie Anglistik und forschte in Russland, England und den USA. Ihre Dissertation über das Kriegsgefangenenlager Stalag XVII B Krems-Gneixendorf schloss eine Forschungslücke, ihre Habilitation „Stalins Soldaten in Österreich“ wurde 2012 mehrfach ausgezeichnet. Ab 2002 war sie stellvertretende Leiterin des Ludwig Boltzmann Institutes für Kriegsfolgenforschung (BIK) in Graz, 2018 folgte sie Stefan Karner nach und leitet seither das Institut. Seit Anfang 2019 ist sie Professorin für europäische Zeitgeschichte mit dem Schwerpunkt Konflikt- und Migrationsforschung an der Uni Graz. Zu Beginn des Jahres 2020 wurde sie vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur „Wissenschafterin des Jahres 2019“ auserkoren. Weitere Informationen unter https://bik.ac.at/

 

Foto Copyright: Roland Ferrigato

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