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Radiosendung: »Trau, schau, wem! Wie erkennt man Spione« mit Dieter Bacher in der Ö1 Science Arena

12. Oktober 2026 , 16:05 - 16:55

Am Montag, den 12. Oktober 2026, spricht Dieter Bacher gemeinsam mit Paul Schliefsteiner und Thomas Riegler über den aktuellen Stand der Spionage in Österreich. Die ehemaligen Spioninnen Beatrice Schevitz und Heidi Thiel berichten von ihren Erfahrungen. Die Sendung wird am 12. Oktober um 16:05 live auf Ö1 ausgestrahlt.

Wer vor der Sendung bereits mehr über das Thema erfahren möchte, kann in der Zwischenzeit zu Dieter Bachers neuem Buch »Spione im frühen Kalten Krieg – Einblick in ihre Motive, Methoden und Netzwerke« greifen. Und darum geht’s:

Ein ungeschönter Blick auf die wahren Akteure, Methoden und Motive der Spionage im Kalten Krieg.

In der angespannten Atmosphäre des frühen Kalten Krieges spielten Spionage und Spionageabwehr eine äußerst wichtige Rolle. Doch abseits der großen Politikgeschichte waren es tausende Menschen, die europaweit – und insbesondere in Österreich und Deutschland – zu Akteuren an der „geheimen Front“ wurden.

Der neue Sammelband rückt genau diese von Geheimdiensten angeworbenen Personen, sogenannte „assets“, in den Fokus. Das Werk geht der Frage nach, wie Spionage auf der Mikroebene in der Realität ablief und wer jene Menschen waren, die unter anderem als Kuriere agierten, Informationen sammelten oder Kontakte herstellten.

Dabei wird mit der gängigen Annahme aufgeräumt, Spione hätten lediglich für finanzielle Gegenleistungen gearbeitet. Die Motivationen waren weitaus vielschichtiger: Anhand des in den Geheimdiensten entwickelten MICE-Modells wird verdeutlicht, dass fast immer eine komplexe Kombination aus materiellen Anreizen (Money), ideologischen Sichtweisen (Ideology), Zwang (Coercion) und Geltungsdrang (Ego) zur Kooperation führte.

Die Beiträge des Buches zeigen eindrücklich, wie sehr diese gefährlichen Tätigkeiten den Konflikt mitprägten und welche gravierenden Folgen sie oft für die Akteure selbst, ihre Familien, Angehörige und ihr gesamtes Lebensumfeld hatten.

Basierend auf einer breiten, teils erstmals ausgewerteten Quellenbasis, entstand dieses Werk als Resultat einer aktiven Kooperation des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung (Graz – Wien – Raabs) und der Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam. Es bietet einen einzigartigen und unmittelbaren Einblick in die Lebensrealität der Spione an der unsichtbaren Front.